Philosophie

(im Aufbau)

Thomas Jefferson

"Wenn die Natur ein Ding am wenigsten tauglich für alleiniges Eigentum gemacht hat, so ist das die denkende Kraft, die man "Idee" nennt, die ein Individuum nur solange alleinig besitzt, solange es sie für sich behält; aber in dem Moment, in dem sie ausgeplaudert wird, bringt sie sich selbst in den Besitz eines jeden ... Ebenso ist es ihr eigentümlich, dass niemand weniger besitzt, denn jeder besitzt sie als ganzes ... so wie der, der seine Fackel an meiner entzündet, das Licht empfängt, ohne mich ins Dunkel zu stürzen. Dass sich Ideen frei vom einem zum anderen über den Erdball verbreiten sollen, zur moralischen und gegenseitigen Anleitung des Menschen, und der Verbesserung seiner Lebensumstände, scheint einzigartig und gütig von der Natur eingerichtet worden zu sein. ... Erfindungen können also, ihrer Natur nach, kein besitzbares Gut sein."

Thomas Jefferson in einem Brief an Isaac McPherson

Nimmt man dieses Zitat wörtlich, so dürfte ein Urheberrecht nicht existieren. Betrachtet man die Realität, stößt man auf einen überaus streng regulierten Lebensbereich. Der Widerspruch liegt auf der Hand. Hinzu kommt die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, andauernde stetige Verschärfung das Urheberrechts. Den Urhebern selbst hat das kaum etwas genützt, es ist vielmehr die Medien- und Kulturindustrie, die den Ausbau der umfangreichen Schutzrechte unermüdlich vorantreibt, stets im Bemühen, möglichst jede denkbare Form der Nutzung geistiger Inhalte zu kontrollieren und zu verwerten, sprich zu Geld zu machen. Das Urheberrecht wird in den Lehrbüchern verteidigt mit dem Argument, dass es den Urhebern den Lohn ihrer Arbeit sichern soll. In der Realität können jedoch laut Statistik gerade einmal 5 Prozent der Künstler von ihrer Kunst leben. Die Übrigen 95 Prozent sind auf staatliche Hilfe oder Nebentätigkeiten angewiesen, während die Medien- und Kulturindustrie Milliardengewinne einstreicht. Und ein Ende dieses extremen Missverhältnisses ist nicht in Sicht. Nicht nur der Gesetzgeber, auch Gerichte wirken an der weiteren Verschärfung der Situation mit. So hat der BGH entgegen überzeugender Stimmen in der Rechtsprechung befunden, dass sogenannte "Total Buy Out Verträge" nicht per se rechtswidrig seien und diese damit quasi legitimiert. Die neuesten Bestrebungen des Gesetzgebers belegen, dass auch dieser nicht gewillt ist, solch bedenklichen Entwicklungen entgegen zu wirken. Das Thema der Buy Out Verträge ist vom Tisch und so haben Medienmogule weiterhin leichtes Spiel und können die Preise drücken frei nach dem Prinzip "Friss oder Stirb". Und so haben viele Urheber sich damit abgefunden, dass der Preis ihres Talentes und ihrer Leidenschaft ein Leben voller Entbehungen im Präkariat sein wird, wenn sie nicht gerade zu den glücklichen 5 Prozenz gehören, die den Löwenanteil absahnen während die zurück gelassene Mehrheit von Kulturförderung und Künstlersozialkasse durch den Dschungel der Bürokratie gehetzt wird und ermüdet die Reste ihrer Kreativität in staatlich verordneten Kulturprogrammen erbricht. Ein kreatives, zu schöpferischen Leistungen inspirierendes Umfeld ist das sicher nicht. Und so bleibt zuerst die Kultur, und gleich danach die Bildung auf der Strecke, ein Teufelskreislauf, der leicht zu durchschauen, und ungleich schwer zu durchbrechen ist.

Das Thema Philosopie des Urheberrechts bietet nicht nur die Möglichkeit, die Entwicklung dieses Rechts und seine Gründe besser zu verstehen, sondern auch, das Konzept des Urheberrechts zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen, wie es insbesondere in der aktuellen Urheberrechtsdebatte geschieht. Für Hinweise zu interessanten Beiträgen sind wir sehr dankbar, ebenso für Meinungen und Anregungen.